Commonwealth Bank of Australia – Solide Bank mit netter Dividende

Die Commonwealth Bank of Australia ist die größte Bank Australiens mit Firmensitz in Sydney. Sie ist als Vollbank vor allem in Australien und Neuseeland tätig.

Markt und Geschäftsmodell

Der Bankenmarkt in Australien und Neuseeland ist für Investoren besonders interessant, da hier ein Oligopol auf Seiten der Banken vorliegt. So gibt es nun nur noch 4 große Banken, welche den Markt unter sich aufteilen: Die Commonwealth Bank of Australia, Westpac Banking Corporation, Australia and New Zealand Banking Group (ANZ) und die National Australia Bank (NAB). Alle Institute sind an der Börse gelistet und sehr ähnlich. Die größte Bank in Neuseeland ist die ANZ, die auch sehr stark im Südpazifik ist.

Der Markt in Australien und Neuseeland ist bereits vollständig erschlossen und wächst nicht mehr stark. Allerdings versuchen die Commonwealth Bank, Westpac und ANZ über die aufstrebenden Staaten in Südostasien und China zu wachsen.

Als Vollbanken bieten alle vier Banken das klassische Einlagen-Kreditgeschäft an, Assetmanagement, Kreditkarten und Kreditkartenabwicklung. Des Weiteren besitzt die Commonwealth Bank noch ein ansehnliches Versicherungsgeschäft. Ebenso bieten sie auch Services für Menschen, die nach Australien ziehen möchten, an.

Australien ist bereits ein stark digitalisiertes Land und die Commonwealth Bank ist im Gegensatz zu deutschen Banken auch ganz vorne bei der Digitalisierung mit dabei. Man kann alle Services Online unkompliziert nutzen.

Ein weiterer wichtiger Makroökonomischer Faktor ist die Arbeitslosenquote, welche seit Jahren kontinuierlich sinkt und in Australien die 5,1% sowie in Neuseeland 4,2% erreicht hat. Leider hat sich aber auch das generelle Wirtschaftswachstum in Australien verringert. Die Wirtschaft dürfte aber eine bereits angekündigte Steuersenkung boosten. Zudem gewinnt der in Australien sehr wichtige Rohstoffsektor wieder etwas an Fahrt.

Ein generelles Risiko in Australien und Neuseeland sind allerdings stark gestiegene Immobilienpreise.

Wirtschaftssektoren Australiens

Quelle: Statista

Wie schaut die Commonwealth Bank fundamental aus?

Die Bank überzeugt mit einer soliden Eigenkapitalrendite von 12,5% und dies ist für die Commenwealth Bank sogar ein schlechter Wert, in der Vergangenheit lag man bei über 15%. Das Cost-to-Income ist mit 46,2% sehr überzeugend. Europäische Banken können davon nur träumen. Vor Neid erblassen tun auch jene bei Angesicht der Netto-Zinsmarge von 2,1%. Das CET1 Capital Ratio (Dies ist die Kapitalhinterlegung für unerwartete Schäden, welches die Aufsichtsbehörde Australiens APRA fordert) liegt bei 10,7%. Dies ist zwar nicht überdurchschnittlich gut, aber dennoch nicht von schlechten Eltern.

Chancen ~ Das spricht für einen Kauf

Die Bank ist die führende Bank in Australien und ebenfalls sehr stark in Neuseeland. Die Apps der Bank ranken in den Appstores auf Platz 1 im Finanzbereich und auch im Internet Banking erzielt die Commonwealth Bank einen Top Net-Promoter-Score. Effizienzgewinne aus der Digitalisierung könnten somit die Gewinnmarge erhöhen.

Attraktiv ist auch das mögliche Wachstum in den Südostasiatischen Staaten. Generell dürfte die Bank eine spannende Portfolio Ergänzung für die meisten Investoren sein, da sie wohl nicht viele Unternehmen aus Australien besitzen dürften. Australien ist auch deshalb besonders spannend, weil das Land nur wenig von der Weltfinanzkrise erfasst wurde und eine andere Wirtschaftslandschaft als die USA oder Europa besitzen, während es Zeitgleich aber eine höhere Rechtssicherheit als China oder andere Emerging Markets aufweist.

Risiken ~ Es gibt nicht nur giftige Tiere in Australien

Die meisten Kredite der Commonwealth Bank sind Immobilienfinanzierungen (67,7%),  gefolgt von Geschäftskrediten (23,7%). Konsumkredite nehmen eher eine unbedeutende Rolle ein. Aus diesem Portfolio ergeben sich die größten Risiken der Commonwealth Bank.

Der Immobilienmarkt in Neuseeland und Australien ist seid der Finanzkrise kontinuierlich in schwindelerregende Höhen geschossen. Sollte jene Blase platzen und es zum Ausfall vieler Kredite kommt, wird die Commenwealth Bank größere Abschreibungen vornehmen müssen. Dieses Risiko versucht man durch Verbriefungen und Swaps mit anderen ausländischen Banken zu senken.

Zudem sind die Immobilien auch den immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen ausgesetzt. Natürlich besteht zum einen eine Versicherungspflicht für finanzierte Häuser und zum anderen vergibt die Bank Boni sowie Cashbacks für energieeffiziente Häuser und Kunden die Solaranlagen auf ihren Dächern installieren.

Gravierender sind die Naturkatastrophen für die Landwirtschaft (39% des Geschäftskredite Portfolios), die auch einen nicht unerheblichen Teil Australiens Wirtschaft ausmacht. Zwar werden Tiere und Felder auch versichert, jedoch wird die Landwirtschaft immer unattraktiver bei derartigen Wetterverhältnissen.

Ebenfalls unattraktiv durch den umstieg auf erneuerbare Energien wird Kohle. Als einer der weltweiten Hauptexporteure von Kohle wird Australien spürbar darunter leiden. Ausgeglichen könnte dies etwas durch die steigende Nachfrage an Edelmetallen und anderen besonderen Rohstoffen werden.

Solider Zahler von Dividenden

Grafikquelle: Aktienfinder.net

Die Ausschüttungsquote mag mit 88% ziemlich hoch sein, dafür winken allerdings auch nette 5,3% Dividendenrendite. Hohe Steigerungen sollte man deshalb eher nicht erwarten. Über die letzten fünf Jahre ist die Dividende gerade mal um etwas mehr als 2% erhöht wurden. Ich gehe davon aus, dass sich dies die nächsten Jahr auch nicht ändern wird.

Stabil ist die Dividende ebenfalls. Sie wurde lediglich einmal im Zuge der Finanzkrise von AUD 2,65 auf AUD 2,27 gekürzt. Im Jahr 2010 wurde dafür schon direkt wieder auf AUD 2,89 erhöht. Dies war auch lediglich eine Sicherheitsmaßnahme, denn selbst in der tiefsten Krise erzielte die Commonwealth Bank noch einen Gewinn pro Aktie von AUD 3,11.

Die Commonwealth Bank schüttet halbjährlich einmal im März und einmal im September aus. (Ex-Tag jeweils ein Monat früher) Obwohl ich im Internet immer wieder gelesen habe, dass einem Quellsteuer abgezogen wird, welche man sich nur schwierig zurückholen kann. Habe ich bislang keine Probleme gehabt. Mir wurde immer die volle Dividende überwiesen und ich musste sie nur in Deutschland versteuern. Die Aktie ist also Quellensteuer-uproblematisch.

Fazit

Die Aktie eignet sich sehr gut für Einkommensinvestoren. Die Dividende wird zwar nicht mehr wirklich stark wachsen, ist dafür direkt zu Beginn des Investments in einer attraktiven Höhe und relativ sicher. Mit reiner Sicht auf die Dividende könnte man folglich sofort einsteigen.

Value-Investoren könnten mit der Aktie in einer Krise einen guten Schnapper machen, da sie dort stark vom Markt abgestraft wurde, aber fundamental immer noch sehr gute Ergebnisse geliefert hat. Hier wäre ein jetziger Einstieg meiner Ansicht nach zu teuer.  Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist für eine Bank sowie im historischen Vergleich sehr hoch. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Wachstum stark nachgelassen hat.

Grafikquelle: Aktienfinder.net

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Quellen: CBA Annual Report, CBA Investor Presentation, Aktienfinder.net

2 Kommentare bei „Commonwealth Bank of Australia – Solide Bank mit netter Dividende“

  1. Moin

    Ich bin eben erst auf diese Seite gestoßen und muss sagen das wir der Artikel sehr gut gefallen hat. Wirklich super. Ich selbst habe bereits einige Aktien aus diesem Raum gerade um die Länderdiversifikation zu erhöhen. Würde mich freuen mehr über Neuseeländische Unternehmen hier zu finden.

    Beste Grüße
    Dennis

    Ps: bei welcher Bank hast du dein Depot mit den Aktien der Commenwealth Bank ?

    1. Moin Dennis,

      vielen Dank, freut mich zu hören.
      Ja ich werde generell versuchen eher über Nischen zu schreiben.

      Zuvor bei der Commerzbank, dann bei der Targo und jetzt bei der Comdirect.

      Viele Grüße
      Tim

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